L’Arte di Leonardo

500. Todestag von Leonardo Da Vinci

Rätsel, Witze und Prophezeiungen Leonardo da Vincis, gemixt mit Frottolen, Chansons und Madrigalen seiner Umwelt
Was ist das Wesen des Wassers?
Woher kommt das Blau des Himmels?
War die Erde ein Stern?
Ist die Kastanie glücklicher als der Feigenbaum?

Antworten geben The Playfords in ihrem neuen Programm “L’Arte di Leonardo”:
Der Universalgelehrte aus Vinci war nicht nur zu vielem fähig – als Maler, Bildhauer, Ingenieur, Musiker -, sondern wusste sich auch gut zu verkaufen: Sein Haupteinkommen erzielte er als Unterhalter bei rauschenden Festen, sei es mit mechanischen Wunderwerken, sei es mit Witzen, Rätseln und Anekdoten oder als Improvisator von Poesie und Musik zugleich. Seine privaten Notizen allerdings zeichnen ein pessimistisches, zuweilen groteskes Bild von seinen Zeitgenossen.
The Playfords verweben heitere und düstere Texte aus Leonardos Philosophischen Tagebüchern mit Kompositionen, deren Klängen er an seinen Wohnorten Mailand, Florenz, Rom und zuletzt Frankreich begegnet sein könnte, von Verdelot, Ebreo, Tromboncino, Josquin und anderen, und natürlich tun sie, was auch der Meister selber tat: sie improvisieren.

 

Garlic & Onions

Songs and Tunes from John Playford’s The English Dancing Master (1651)

Mit diesem neuen Programm kehren the Playfords quasi zu ihren Wurzeln zurück – back to the roots. Und schöpfen einmal mehr aus dem unendlichen Fundus des English Dancing Master von John und Henry Playfords. Der thematische Schwerpunkt liegt hierbei auf Melodien, Titel und Tanzweisen, die einen Bezug zu Kulinarik und Botanik aufweisen. Neu arrangiert und groovig improvisiert von The Playfords.

 

Es geht ein dunkle Wolk herein

Lieder aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Der 30jährige Krieg, ein Trauma in der deutschen Geschichte. War noch 1617 mit Stolz und Trotz von den Evangelischen das 100. Jubiläum der Reformation gefeiert worden, so kam schon ein Jahr später das Gefüge ins Wanken. Ein Krieg brach aus, der an Grausamkeit nichts zu denken übrig ließ, der mehrmals mit Verträgen und Friedensfeiern beendet wurde, nur um wenig später wieder aufzuflammen.
Es erklingen deutsche Balladen, Volkslieder, Hymnen auf Kriegshelden wie Tilly und Gustav Adolf, eindrückliche Lieder der Landsknechte, schwermütige Klagen und trotz allem ausgelassene Tänze, hoffnungsfroh erdachte Friedenslieder und eindrückliche Choräle aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Aufgespürt, arrangiert und dargeboten mit historisch informiertem Witz und Tiefgang durch „The Playfords”.

 

All in a garden green

Lieder über Blumen und Dornen

 

Luther tanzt

Lieder der Reformation und ihre weltlichen Wurzeln

Martin Luther war ein sehr gelehrter und zugleich tief emotionaler Mensch, wovon er überzeugt war, das tat er konsequent. So wurde aus dem lebensfrohen Erfurter Studenten ein extrem asketischer Mönch, der – entsetzt über die Scheinheiligkeit der Kirche seiner Zeit – ungewollt die Reformation anstieß, schließlich alles Asketische über Bord warf, um mit allen Sinnen und vor allem mit Musik die reine Lehre unters Volk zu bringen. Anders als viele seiner Reformatorenkollegen setzte er dabei weniger auf eingedeutschte Gregorianik als auf neue Dichtungen zu bekannten wie neu geschaffenen volkstümlichen Melodien. So wurden „Gassenhauer, Reiter- und Bergliedlein christlich, moraliter und sittlich verändert…” im Sinne der Reformation genutzt. Dass Luther versierter Lautenist war und auch im Kontrapunkt geschult, kam ihm sicherlich dabei ebenso zugute wie seine engen Kontakte zu Ludwig Senfl und Johann Walter. Damit war er Vorbild für unzählige Liederdichter und prägte den typisch protestantischen Choral volkstümlicher Manier.
The Playfords schälen den oft vergessenen tänzerisch-fröhlichen Charakter solcher Kirchenlieder wieder heraus, fischen nebenbei auch in der dunklen Vergangenheit manch berühmten Chorals und verhelfen den “bösen ärgerlichen Weisen, unnützen und schandbaren Liedlein auf der Gassen, Feldern, Häusern und anderswo zu singen” zu frischem Leben.
Für die fachliche Beratung bei diesem Programm danken wir Dr. Christoph G. Schmidt.

Hörbeispiele

 

THE HUNT IS UP

Shakespeare’s Song Book – Tunes and Ballads from the Plays of William Shakespeare (1564 – 1616)

In Shakespeares Werken wimmelt es von musikalischen Anspielungen und Zitaten, die manchmal hintergründige Informationen liefern, manchmal auch nur einen Lacher provozieren sollen; sie funktionieren allerdings nur dann, wenn der Zuschauer die entsprechende Vorlage gut kennt. Im Umkehrschluss lässt sich also aus Shakespeares Stücken eine Liste der populären Lieder seiner Zeit erstellen, eine Arbeit, der sich der amerikanische Musikwissenschaftler Ross W. Duffin unterzogen hat. Sein “Shakespeare´s Songbook“ haben The Playfords als Realbook genutzt, improvisierend sich nach gusto bedient, und wie in Shakespeares Globe Theatre alle sozialen Schichten aufeinandertrafen, ist für jeden etwas dabei, von der schenkelklopfenden Zote fürs gemeine Volk bis zur geistvoll verklausulierten Anspielung für die distinguierte Oberschicht – ein musikalisches Panorama der englischen Gesellschaft während der späten Renaissance.

Hörbeispiele

 

Fa una Canzone

Tanzmusik der Renaissance Italiens: Frottole, Canzone, Tarantelle, Improvisazioni, Amore per la musica!

In ihrem Programm „Fa una canzone“ spielen The Playfords italienische Hits des 16. und 17. Jahrhunderts. Europaweit begehrt waren die Villanellen, Frottolen und Balletti der Stars wie Giovanni Giacomo Gastoldi, Orazio Vecchi oder Claudio Monteverdi. Wie in der populären Musik unserer Zeit wird in den Liedern die Liebe besungen, unbändige Lebensfreude erklingt in den Tänzen. Heiter und leidenschaftlich von den Musikern arrangiert, meisterhaft musiziert mit mediterranem Charme.

Hörbeispiele

 

Nova! Nova!

Europäische Advents- & Weihnachtslieder aus dem 14.-18. Jahrhundert

Die typisch menschliche Sehnsucht nach Veränderung einer unbefriedigenden Gegenwart bildet letztlich auch den Kern des Weihnachtsfestes. Für die christliche Welt ist die Geburt Jesu die lang erhoffte Neuigkeit und hat über Jahrhunderte vielfältigen und vor allem musikalischen Widerhall gefunden. Unter dem sprechenden Titel „Nova! Nova!“ („Neues! Neues!“) widmen sich The Playfords weihnachtlicher Musik aus dem 14. bis 18. Jahrhundert. Um bekannte deutsche Melodien gruppieren sich Lieder und Tänze aus England, Frankreich und Spanien.
Als Ensemble aus Spezialisten für Alte Musik stellen sich The Playfords in die beinahe verlorene Tradition improvisierender Renaissance- und Barockmusiker. Mit ihrer spielerischen wie stilechten Herangehensweise ermöglichen sie es der Musik vergangener Tage, die ganze Palette weihnachtlicher Emotionen auszuleben, von stiller Ergriffenheit bis zum ausgelassenen Freudentaumel, augenzwinkernd aktuelle Bezüge inbegriffen.

Hörbeispiele

 

La Flor de la Canela

Eine Reise zu gemeinsamen Wurzeln spanischer Barockgrounds und südamerikanischer Folklore

Als Christoph Columbus 1492 die “Neue Welt” entdeckte, begann eine neue Epoche der Menschheit – und ein Kulturtransfer der besonderen Art. Es verschmolzen europäische Kompositionstechniken mit indigener Musik der Ureinwohner Südamerikas und kraftvollen Rhythmen der Musik der afrikanische Sklaven. Von Mexiko bis Argentinien entstehen explosionsartig neue Tänze. Sie tragen aufregende Namen: Sarabanda, Chacona, Zamacueca, Pasacalle, Folia. Diese Tänze gelangen zurück nach Europa und eroberten die Europäische Barockmusik im Sturm.

Dieses Programm vereint peruanische, mexikanische, venezuelanische und argentinische Musik mit Improvisationen über spanischen Barockgrounds. Das Ensemble THE PLAYFORDS wird hier erweitert durch die fabelhaft chilenischstämmige Sängerin Luciana Mancini und die mitreißende Tänzerin Luz Zenaida Hualpa García.

THE PLAYFORDS und Gäste:
LUCIANA MANCINI – Gesang
LUZ ZENAIDA HUALPA GARCÌA – Tanz

 

Si ce n’est amour…

Chansons und Tänze der französischen Renaissance

“Wenn es nicht die Liebe ist…?” Was ist es denn dann, was verwirrt, die Sinne verdreht, zum Tanzen anregt, melancholisch stimmt? In ihrem Programm mit französischer Tanzmusik aus dem 16. Jahrhundert, beleben The Playfords Chansons und Tänze der frühen Renaissancezeit wieder und schlagen gleichzeitig einen gelungenen Bogen in die Moderne: Französische Eleganz, Pariser Tango, orientalisches Kolorit, mitreissende Tanzmusik. Es erklingen Werke und eigene Bearbeitungen von Pierre Sandrin, Pierre Attaingnant, Jacques Arcadelt, Claudin de Sermisy sowie Thoinot Arbeau.

 

Oranges & Lemons

English Dancing Master” (1651) – Tanzmusik aus England

In ihrem Programm „Oranges & Lemons“ beziehen The Playfords ihr Repertoire aus dem “English Dancing Master” (1651), herausgegeben u. a. von John Playford. Der “Dancing Master” erwies sich als großer Erfolg und erfuhr bis 1728 achtzehn Neuauflagen. Die heiteren, unbeschwerten, verträumten oder auch melancholischen „Country Dance Tunes“ wurden vielfältig und ideenreich von The Playfords arrangiert. Zudem erzählen sie mittels zeitgenössischer englischer Balladentexte Geschichten von den verschiedenen Spielarten der Liebe und den politischen Umständen des 17. Jahrhunderts.

Hörbeispiele